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Bohrmaschinenaufsätze im Materialvergleich: Stahl, HSS und Hartmetall im Praxistest
Wer regelmäßig mit der Bohrmaschine arbeitet, kennt das Problem: Der falsche Bohrer kostet nicht nur Zeit, sondern ruiniert im schlimmsten Fall das Werkstück oder das Werkzeug selbst. Die Wahl zwischen Carbonstahl, HSS (High Speed Steel) und Hartmetall ist keine Frage des Preises, sondern der Anwendung – und hier liegen in der Praxis erschreckend viele Fehler vor.
Carbonstahl: Günstig, aber mit klaren Grenzen
Bohrer aus Carbonstahl (C-Stahl) werden bis maximal 350°C einsatzfähig und verlieren darüber hinaus ihre Härte dauerhaft – sie laufen an und werden unbrauchbar. In der Praxis bedeutet das: Diese Bohrer eignen sich ausschließlich für Holz, Kunststoff und weiches Nichteisen-Metall bei niedrigen Drehzahlen. Für Weichholzbohrungen bis 10 mm Durchmesser liefern sie ordentliche Ergebnisse, solange man die Drehzahl unter 800 U/min hält. Wer das richtige Bit für das jeweilige Material auswählen möchte, sollte Carbonstahl-Aufsätze als Einstiegslösung für reine Holzarbeiten betrachten – nicht mehr.
Der Preisvorteil löst sich schnell auf, wenn man die kurze Standzeit einrechnet. Ein Carbonstahl-Bohrer-Set für 8 Euro ist nach 50–80 Bohrungen in Spanplatte spürbar stumpfer. HSS-Bohrer derselben Größe halten bei vergleichbarer Nutzung drei- bis fünfmal länger.
HSS und Hartmetall: Wo die Leistungsunterschiede wirklich liegen
HSS-Bohrer vertragen Temperaturen bis ca. 600°C, was sie für Stahl, Aluminium, Messing und harte Kunststoffe qualifiziert. Die gängigen Varianten unterscheiden sich durch ihre Beschichtung: HSS-R (gewalzt) ist die Basisvariante, HSS-G (geschliffen) bietet höhere Rundlaufgenauigkeit und längere Standzeiten. HSS-E mit 5–8% Kobaltanteil empfiehlt sich für rostfreien Stahl und gehärtete Legierungen – hier sinkt die Bohrleistung ohne Kobalt-Zusatz nach wenigen Bohrungen messbar ab. Für Edelstahl (z.B. 1.4301) sollte man ausschließlich auf HSS-Co setzen und die Schnittgeschwindigkeit auf 15–20 m/min begrenzen.
Hartmetallbohrer (VHM) sind die Hochleistungslösung für Beton, Stein, Fliesen und gehärtete Stähle. Mit Biegebruchfestigkeiten um 3.500 N/mm² sind sie deutlich spröder als HSS – ein einziger Schlag oder Verkanten kann den Bohrer zerbrechen. Im Schlagbohrbetrieb auf Mauerwerk sind die passenden Aufsätze für die Schlagbohrmaschine mit SDS-Schaft und Hartmetall-Schneide erste Wahl, da sie den axialen Schlagimpuls effizienter übertragen als zylindrische Schäfte.
Folgende Faustregeln haben sich im Alltag bewährt:
- Holz & Kunststoff: Carbonstahl oder HSS-R reichen aus, Drehzahl 1.000–3.000 U/min je nach Durchmesser
- Stahl & Aluminium: HSS-G oder HSS-E, Kühlmittel bei Bohrungen über 8 mm zwingend empfehlenswert
- Edelstahl & Sonderlegierungen: HSS-Co mit reduzierter Drehzahl und konstantem Vorschubdruck
- Beton, Stein, Ziegel: Hartmetall-Schlagbohrer, kein Drehen ohne Schlag
- Feinsteinzeug & Fliesen: Hartmetall-Fliesenbohrer oder Diamantkernbohrer, zwingend ohne Schlag
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Beschichtung: TiN (Titannitrid) erhöht die Oberflächenhärte von HSS-Bohrern um bis zu 3-fach, TiAlN-Beschichtungen erlauben Trockenbearbeitung bei höheren Temperaturen. Diese Bohrer kosten 30–60% mehr, amortisieren sich aber bei regelmäßiger Metallbearbeitung innerhalb weniger Einsätze durch signifikant längere Standzeiten.
Präzisionswerkzeuge für die Metallbearbeitung: Schraubstöcke, Anschläge und Spannvorrichtungen
Wer Metall bohrt, kennt das Problem: Ein verrutschendes Werkstück kostet im besten Fall eine saubere Bohrung, im schlimmsten Fall Finger oder Augen. Bei Stahl, Aluminium oder Messing reicht das bloße Festhalten mit der Hand nicht aus – die Schnittkräfte sind zu hoch, das Material zu hart. Hier kommen spezialisierte Spannvorrichtungen ins Spiel, die aus einer einfachen Bohraufgabe präzise, reproduzierbare Arbeit machen.
Bohrmaschinenschraubstöcke: Mehr als nur ein Halter
Ein hochwertiger Schraubstock, der speziell für Bohrmaschinen konstruiert wurde, unterscheidet sich grundlegend von einem normalen Werkbankschraubstock. Die entscheidenden Merkmale sind die gefräste Grundplatte mit T-Nut-Kompatibilität, gehärtete Stahlbacken und eine durchgehende Spindelführung, die seitliches Spiel auf unter 0,05 mm begrenzt. Modelle mit Schwenkfunktion – etwa der klassische Kreuztisch-Schraubstock – erlauben Bohrwinkel zwischen 0° und 90°, was bei Serienarbeiten enorm Zeit spart. Für die meisten Hobbyisten und semiprofessionellen Anwender liegt der Sweet Spot bei Backenbreiten zwischen 80 und 100 mm mit einer Spanntiefe von rund 60 mm.
Die Spannkraft sollte dosiert werden: Aluminium und Weichmetalle verlangen deutlich weniger Anzugsdrehmoment als Stahl. Wer mit übermäßiger Kraft spannt, deformiert das Werkstück und verfälscht die Bohrposition durch elastische Verformung des Materials. Als Faustregel gilt: Werkstück mit einem leichten Ruck kontrollieren – es darf sich nicht bewegen, aber die Backen sollten noch keine sichtbare Druckmarke hinterlassen haben.
Anschläge und Parallelstücke: Die unterschätzten Helfer
Tiefenstopp-Anschläge an der Bohrmaschinenspindel sind für Serienbohrungen unverzichtbar. Sie begrenzen den Hub auf 0,5-mm-Schritte und verhindern Durchbohrungen bei definierten Sacklöchern. Ergänzend dazu arbeiten Parallelstücke (gehärtete Stahlklötze in Standardhöhen wie 10, 20 oder 30 mm) als Unterlage im Schraubstock: Sie heben das Werkstück exakt auf die gewünschte Höhe und sorgen dafür, dass der Bohrer das Werkstück vollständig durchdringt, ohne in die Spannbacken zu greifen.
- V-Blöcke: Für Rundmaterial ab 6 mm Durchmesser – halten Wellen und Rohre zuverlässig in Position
- Stufenspanner und T-Nutensteine: Direkte Fixierung von Flachmaterial auf dem Maschinentisch, sinnvoll ab Werkstückgrößen über 150 mm
- Magnetspannplatten: Nur für ferromagnetisches Material geeignet, aber unschlagbar schnell bei dünnen Blechteilen unter 3 mm
- Kreuzschlitten-Koordinatentische: Verfahrweg typischerweise 100×100 mm bis 200×200 mm, ideal für Lochreihen ohne Umspannen
Das vollständige Spannzubehör für die Metallbearbeitung geht weit über den Schraubstock hinaus. Wer einen Überblick braucht, welche Komponenten bei einer Bohrmaschine im Metallbetrieb tatsächlich gebraucht werden, stellt schnell fest, dass das Zusammenspiel aus Spannsystem, Schneidstoff und Kühlung über Erfolg oder Ausschuss entscheidet. Gerade beim Thema Spannvorrichtungen gilt: Einmal in Qualitätswerkzeug investiert – und die Arbeit wird messbar präziser, schneller und sicherer.
Vor- und Nachteile von verschiedenen Bohrmaschinenaufsätzen
| Aufsatztyp | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Carbonstahl | Günstig, gut für Holz und weiche Materialien | Kurzere Standzeit, nur bei niedrigen Drehzahlen einsetzbar |
| HSS (High Speed Steel) | Höherer Temperaturbereich, vielseitig einsetzbar | Teurer als Carbonstahl, kann bei rostfreien Stählen weniger Leistung zeigen |
| Hartmetall | Hohe Abriebfestigkeit, ideal für harte Materialien | Spröder, teuer und erfordert vorsichtiger Umgang |
| SDS-plus | Effiziente Energieübertragung, ideal für Bohrhämmer | Begrenzte Schaftgröße, nicht für alle Anwendungen geeignet |
| Schnellspannfutter | Schneller Werkzeugwechsel, vielseitig einsetzbar | Begrenzte Klemmkraft bei schweren Arbeiten |
Schnittstellen und Aufnahmen: SDS, Schnellspannfutter und Kegelaufnahmen im Vergleich
Die Aufnahme entscheidet darüber, welches Zubehör überhaupt einsetzbar ist – und damit über den tatsächlichen Nutzwert einer Maschine im Alltag. Wer einmal mit dem falschen Adapter auf der Baustelle steht, versteht sehr schnell, warum diese Wahl so grundlegend ist. Die drei dominierenden Systeme unterscheiden sich nicht nur im Durchmesser, sondern fundamental in ihrer Konstruktionslogik und ihren Stärken.
SDS-plus und SDS-max: Hammermechanik ohne Kompromisse
SDS-plus ist das meistverbreitete System für Bohrhämmer im Heimwerker- und Handwerkerbereich und akzeptiert Schäfte mit 10 mm Durchmesser, die durch zwei offene Nuten und zwei Verriegelungsnuten gehalten werden. Das Prinzip erlaubt dem Einsatzwerkzeug ein axiales Spiel von rund 3 mm – genau das, was die Schlagmechanik für eine effiziente Energieübertragung ins Material braucht. SDS-max arbeitet mit 18 mm Schaftdurchmesser und ist für Profigeräte ab etwa 5 Joule Einzelschlagenergie ausgelegt; hier kommen Meißel und Bohrer zum Einsatz, die für Abbrucharbeiten oder großkalibrige Kernbohrungen gedacht sind. Wer regelmäßig mit Hohlmeißeln, Spatmeißeln oder Bohrkronen über 50 mm arbeitet, kommt an SDS-max nicht vorbei.
Für alle, die gerade in die Materie einsteigen und überlegen, welches Zubehör für ihre konkrete Anwendung taugt, lohnt ein Blick auf die wesentlichen Werkzeuge und Aufsätze, die beim Betonbohren und Stemmen wirklich gebraucht werden. Gerade SDS-plus-Zubehör wird dort oft mit sinnvollen Grundausstattungen verknüpft.
Schnellspannfutter und Zahnkranzfutter: Vielseitigkeit versus Präzision
Das Schnellspannfutter – in der Regel 10 mm oder 13 mm Klemmbereich – ist das System der Wahl, wenn Flexibilität zählt: Spiralbohrer, Schrauberbithalter, Senker und Rührquirle wechseln in Sekunden. Der Nachteil liegt in der Drehmomentübertragung bei schwerer Arbeit: Ab etwa 50 Nm beginnt ein günstiges Schnellspannfutter zu schlüpfen, weshalb Profimodelle mit Metallkragen und Selbsthemmung arbeiten. Zahnkranzfutter hingegen erlauben durch den Schlüsselspanndruck deutlich höhere Klemmkräfte und sind deshalb in Tischbohrmaschinen und Radialbohrmaschinen nach wie vor Standard, wo Wiederholgenauigkeit und seitliche Belastbarkeit entscheidend sind.
Beim Wechsel von einem SDS-System auf normales Schaftzubehör kommen Reduzieraufnahmen ins Spiel – ein häufiges Thema, weil viele Anwender SDS-Maschinen für Schrauberarbeiten nutzen wollen. Diese Adapter funktionieren, dämpfen aber die Schlagenergie nicht vollständig, weshalb die Maschine immer im reinen Bohrmodus ohne Schlag betrieben werden muss, sonst leidet die Lebensdauer des Futtereinsatzes erheblich.
Kegelaufnahmen nach Morse-Taper (MK1 bis MK6) sind in der stationären Zerspanungstechnik zuhause und begegnen dem Handwerker vor allem bei Tischbohrmaschinen mit höherer Leistungsklasse sowie bei Schlangenbohrern für Holz ab 20 mm Durchmesser. Die selbsthemmende Kegelgeometrie überträgt radiale wie axiale Kräfte ohne zusätzliche Spannmittel und ermöglicht dabei einen schnellen Werkzeugwechsel durch Austreiben mit dem Keil. Wer gezielt nach dem passenden Bit-System für unterschiedliche Materialien und Maschinenkombinationen sucht, findet in einer strukturierten Übersicht zur Bit-Auswahl nach Projekt und Material eine solide Entscheidungsgrundlage.
- SDS-plus: Standard für Bohrhämmer bis ca. 4 Joule, Schaft 10 mm, axiales Spiel ~3 mm
- SDS-max: Schwere Abbruch- und Kernbohrarbeiten, Schaft 18 mm, ab ~5 Joule
- Schnellspannfutter: Universell, schneller Werkzeugwechsel, bis 13 mm Schaft
- Zahnkranzfutter: Hohe Klemmkraft, ideal für stationäre Anwendungen
- Morse-Taper: Selbsthemmend, für stationäre Maschinen und Großbohrer
Oberflächenbearbeitung mit der Bohrmaschine: Polier-, Schleif- und Fächerscheibenaufsätze richtig einsetzen
Viele Heimwerker unterschätzen das Potenzial ihrer Bohrmaschine bei der Oberflächenbearbeitung. Mit dem richtigen Aufsatz lassen sich Lackierarbeiten vorbereiten, Rost abtragen, Holz schleifen oder Metalloberflächen auf Hochglanz bringen – ohne teure Spezialgeräte anschaffen zu müssen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Aufsatzwahl, sondern das Verständnis für Drehzahl, Anpressdruck und Materialeigenschaften.
Schleif- und Fächerscheiben: Die richtige Körnung für jede Aufgabe
Fächerschleifscheiben gehören zu den vielseitigsten Aufsätzen überhaupt. Ihre lamellierte Struktur sorgt dafür, dass sie sich der Kontur des Werkstücks anpassen und dabei gleichmäßig Material abtragen. Für grobes Abschleifen von Rost oder altem Lack empfehlen sich Körnungen zwischen 40 und 60 Grit, während Holzarbeiten mit 80 bis 120 Grit besser bedient sind. Wer metallische Oberflächen für eine Neulackierung vorbereitet, sollte abschließend mit 180 Grit nacharbeiten, um Schleifspuren zu minimieren.
Bei Schleifaufsätzen auf Gummiteller-Basis – also Klettverschluss-Schleiftellern – gilt: Die Bohrmaschine sollte mit maximal 1.500 bis 2.000 U/min betrieben werden, sonst verbrennt das Schleifpapier innerhalb von Minuten und hinterlässt Riefen im Material. Exzenterschleifer arbeiten zwar effizienter, aber für kleinere Flächen und Ausbesserungsarbeiten ist der Bohrmaschinenbetrieb absolut praxistauglich. Wer seine Schlagbohrmaschine für Schleifarbeiten nutzen will, sollte unbedingt den Schlagmechanismus deaktivieren – die Vibration zerstört das Schleifbild und belastet die Aufsatzmechanik unnötig.
- Fächerscheibe 40–60 Grit: Rostentfernung, Schweißnahtbearbeitung, grober Materialabtrag
- Fächerscheibe 80–120 Grit: Holzschliff, Feinbearbeitung von Metall
- Schleifteller mit Klett 180–240 Grit: Vorbereitung für Lackierarbeiten, Spachtelglättung
- Topfbürste (Stahldraht): Zunderentfernung, Entrosten von Gusseisen und Schmiedeeisen
Polieraufsätze: Techniken für professionelle Ergebnisse
Polieraufsätze aus Schaumstoff oder Lammfell verwandeln die Bohrmaschine in eine vollwertige Poliermaschine für Fahrzeuglacke, Möbeloberflächen oder Edelstahl. Die Drehzahl spielt hier eine noch größere Rolle als beim Schleifen: Lacke sollten zwischen 600 und 1.200 U/min poliert werden, höhere Drehzahlen erzeugen zu viel Reibungswärme und riskieren Hologrammbildung oder sogar Lackschäden. Für saubere Politur-Ergebnisse ohne typische Anfängerfehler lohnt sich eine gezielte Einarbeitung in Technik und Aufsatzwahl.
Beim Polieren immer wenig Poliermittel auftragen und in gleichmäßigen, überlappenden Bahnen arbeiten. Ein Telleraufsatz mit 125 mm Durchmesser ist für die meisten Anwendungen ideal – größere Teller bauen mehr Wärme auf und sind bei unebenen Flächen schwerer zu kontrollieren. Schaumstoffaufsätze für Feinpolitur sollten nach jeder Anwendung gereinigt werden, da eingetrocknetes Poliermittel die Poren verstopft und das Ergebnis verschlechtert.
Ein häufig übersehener Praxistipp: Wer ohne Drehzahlregelung arbeitet, kann den Anpressdruck als indirekten Geschwindigkeitsregler nutzen – mehr Druck bremst die Scheibe ab und senkt die effektive Bearbeitungsgeschwindigkeit. Das funktioniert kurzfristig, belastet aber den Motor stärker. Besser: Eine Bohrmaschine mit einstellbarer Elektronik verwenden, die stabile Drehzahlen auch unter Last hält.
Drehmoment, Drehzahl und Aufsatzkompatibilität: Technische Parameter für optimale Ergebnisse
Wer blind Aufsätze auf eine Maschine montiert, ohne die technischen Kennwerte zu kennen, riskiert im besten Fall schlechte Ergebnisse – im schlechtesten Fall beschädigte Werkzeuge oder Verletzungen. Das Zusammenspiel aus Drehmoment, Drehzahl und Spannfuttergeometrie entscheidet darüber, ob ein Aufsatz seine volle Leistung entfaltet oder vorzeitig versagt. Dabei sind diese Parameter keine abstrakten Größen, sondern direkt handlungsrelevante Werte, die jeder im Blick haben sollte.
Drehmoment und Drehzahl: Das richtige Verhältnis für jeden Aufsatz
Grundsätzlich gilt: Hohe Drehmomente bei niedrigen Drehzahlen eignen sich für bohrende und schraubende Anwendungen, während hohe Drehzahlen bei geringerem Drehmoment für Schleif-, Polier- und Fräsaufsätze notwendig sind. Ein konkretes Beispiel: Ein Rührstab für Mörtel oder Farbe arbeitet optimal bei 300–600 U/min mit einem Drehmoment von mindestens 15–20 Nm. Wer ihn bei 2.500 U/min betreibt, erzeugt unkontrollierte Spritzer, überhitzt das Material und belastet das Getriebe unnötig. Polieraufsätze für Lacke hingegen erfordern oft 800–1.500 U/min – mehr dazu, wie sich diese Aufsätze richtig einsetzen lassen, erklärt dieser praktische Leitfaden zu Polieraufsätzen an der Bohrmaschine.
Besonders kritisch ist das Drehmoment bei Schlagbohrmaschinen: Viele Anwender unterschätzen, dass der Schlagmechanismus die effektive Belastung für Aufsätze drastisch erhöht. Flexible Schleifscheiben oder Drahtbürsten, die für Winkelschleifer konzipiert sind, können an einer Schlagbohrmaschine im Schlagmodus binnen Sekunden zerstört werden. Welche Aufsätze wirklich für Schlagbohrmaschinen taugen, ist eine Frage, die sich viele erst stellen, nachdem etwas schiefgelaufen ist.
Spannfutter, Schaft und Kompatibilität
Die mechanische Schnittstelle zwischen Maschine und Aufsatz wird häufig unterschätzt. Schnellspannfutter mit 10 oder 13 mm Spannweite decken die meisten Standardaufsätze ab, aber bereits bei Sechskantschäften über 10 mm wird es problematisch. SDS-plus- und SDS-max-Aufnahmen sind nicht austauschbar – ein SDS-max-Meißel lässt sich physisch nicht in ein SDS-plus-Futter einsetzen, auch wenn die Maschine ausreichend Leistung hätte. Adapter existieren zwar, reduzieren aber die Energieübertragung und erhöhen den Verschleiß an beiden Teilen.
Bei der Bit-Auswahl für unterschiedliche Maschinen und Anwendungen lohnt sich eine systematische Herangehensweise: Schaft-Geometrie, maximale Drehzahl laut Aufsatz-Kennzeichnung und das Anwendungsmaterial müssen übereinstimmen. Wer gezielt die passenden Bits für seine Projekte auswählen möchte, findet dort einen strukturierten Entscheidungsrahmen, der Zeit und Fehlkäufe spart.
- Max. Drehzahl des Aufsatzes immer mit der Maschinenleistung abgleichen – Angabe in U/min auf der Aufsatz-Verpackung oder dem Aufsatz selbst
- Schaftdurchmesser prüfen: 6,35 mm (¼ Zoll) Sechskant, 10 mm rund, SDS-plus, SDS-max – jede Aufnahme hat spezifische Grenzen
- Drehmomentstufen nutzen: Elektronisch geregelte Maschinen erlauben die Anpassung; bei empfindlichen Aufsätzen wie Polier- oder Schleifscheiben unbedingt niedrigste Stufe zum Anlaufen wählen
- Unwucht beachten: Aufsätze über 80 mm Durchmesser müssen ausgewuchtet sein – bereits 2–3 g Unwucht erzeugen bei 1.500 U/min spürbare Vibrationen und reduzieren die Lagerlebensdauer messbar
Ein oft übersehener Punkt ist die thermische Belastung: Aufsätze aus HSS oder Hartmetall leiten Wärme unterschiedlich ab. Wer Dauerbetrieb plant, sollte Pausen einkalkulieren und auf Kühlschmiermittel zurückgreifen, wo der Hersteller es vorsieht – sonst büßt selbst hochwertiges Werkzeug innerhalb weniger Einsätze seine Standzeit ein.
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Häufige Fragen zu Zubehör und Aufsätzen für Bohrmaschinen
Welche Arten von Bohrmaschinenaufsätzen gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von Bohrmaschinenaufsätzen, darunter Bohrer aus Carbonstahl, HSS (High Speed Steel) und Hartmetall. Zusätzlich sind auch Schleif- und Polieraufsätze sowie spezielle Elemente wie SDS-plus und Schnellspannfutter erhältlich.
Wie wähle ich den richtigen Aufsatz für mein Projekt aus?
Die Wahl des richtigen Aufsatzes hängt von dem Material und der Art der Arbeit ab. Für Holz eignen sich beispielsweise Carbonstahl- oder HSS-Bohrer, während für Beton Hartmetallbohrer empfehlenswert sind. Berücksichtigen Sie auch die maximale Drehzahl und das Drehmoment Ihrer Bohrmaschine.
Was ist der Unterschied zwischen SDS-plus und SDS-max?
SDS-plus ist für Bohrhämmer im Heimwerkerbereich gedacht und akzeptiert Schäfte mit 10 mm Durchmesser. SDS-max hingegen ist für Profi-Geräte konzipiert und verwendet 18 mm Schäfte, was ihn für schwerere Abbruch- und Kernbohrarbeiten geeignet macht.
Wie wichtig ist die Qualität der Aufsätze?
Die Qualität der Aufsätze ist entscheidend für die Leistung und Lebensdauer der Werkzeuge. Hochwertige Aufsätze gewährleisten präzisere Ergebnisse und halten länger, während billigere Varianten oft schneller verschleißen und möglicherweise zu schlechteren Ergebnissen führen.
Wie pflege ich meine Aufsätze richtig?
Eine richtige Pflege umfasst das regelmäßige Reinigen der Aufsätze von Spänen und Verunreinigungen, das Vermeiden von Überhitzung durch angemessene Drehzahlen sowie die Verwendung von geeigneten Kühlmitteln bei Metallarbeiten, um die Lebensdauer der Aufsätze zu verlängern.







