Bohrhammer: Wieviel Watt brauche ich wirklich?

Autor: Bohrmaschine Redaktion

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Kategorie: Bohrhammer

Zusammenfassung: Watt beschreibt den Stromverbrauch, während Joule die tatsächliche Schlagkraft angibt; für gelegentliche Betonbohrungen genügen meist 500–800 Watt und 1,5–3 Joule.

Watt beim Bohrhammer: Was die Zahl wirklich aussagt

Die Wattzahl eines Bohrhammers zeigt vor allem, wie viel elektrische Leistung der Motor aus dem Stromnetz aufnimmt. Sie sagt jedoch nicht direkt, wie schnell oder kräftig das Gerät Beton bearbeitet. Ein Teil der Energie geht durch Motor, Getriebe, Reibung und Wärme verloren. Entscheidend ist daher die Leistung, die tatsächlich am Schlagwerk ankommt.

Ein höherer Wattwert kann Vorteile haben: Der Motor besitzt oft mehr Reserven, läuft bei hoher Belastung stabiler und erwärmt sich bei längeren Arbeiten weniger schnell. Das gilt aber nur, wenn Konstruktion und Kühlung gut zusammenpassen. Mehr Watt allein ist kein verlässliches Qualitätsmerkmal.

Das zeigt der direkte Vergleich zweier Geräte besonders deutlich: Ein Bohrhammer mit 1.050 Watt und 9 Joule kann bei schweren Arbeiten deutlich kräftiger wirken als ein Modell mit 1.200 Watt und nur 3 Joule. Die zusätzliche elektrische Aufnahme des zweiten Geräts sagt in diesem Fall wenig über seine tatsächliche Schlagkraft aus.

Für die Kaufentscheidung solltest du die Wattzahl deshalb nur als ergänzende Angabe betrachten. Prüfe zuerst, ob das Gerät für deine geplante Belastung ausgelegt ist. Bei einem kompakten Bohrhammer für einzelne Dübellöcher genügt eine deutlich niedrigere Motorleistung als bei einem Gerät, das regelmäßig lange Bohrungen oder harte Meißelarbeiten ausführen soll.

Auch die Stromversorgung spielt eine Rolle. Ein kabelgebundenes Gerät mit hoher Wattzahl kann seine Leistung dauerhaft abrufen, sofern Kühlung und Bauweise dafür geeignet sind. Bei einem Akku-Gerät lässt sich die Motorleistung nicht sinnvoll allein aus der Spannung ablesen. Akkukapazität, Elektronik, Innenwiderstand und der Zustand des Akkus beeinflussen, wie lange die Leistung verfügbar bleibt.

Die praktische Faustregel lautet daher: Watt beschreibt den Energiebedarf, nicht automatisch die Arbeitswirkung. Für einen aussagekräftigen Vergleich gehören mindestens Schlagenergie, zulässiger Bohrdurchmesser und die vorgesehene Einsatzdauer daneben.

Wie viel Watt für gelegentliches Bohren in Beton genügt

Für gelegentliche Löcher in Beton genügt meist ein kompakter Bohrhammer mit etwa 500 bis 800 Watt. Das reicht für typische Dübellöcher von 6 bis 12 Millimetern, solange der Beton nicht außergewöhnlich hart ist und du nicht stundenlang am Stück arbeitest.

Die Wattzahl ist dabei nur eine grobe Orientierung. Ein Gerät am unteren Ende dieses Bereichs kann die Aufgabe gut erledigen, wenn Bohrwerk, Kühlung und Zubehör sauber aufeinander abgestimmt sind. Für einzelne Arbeiten im Haushalt wäre ein deutlich stärkeres Modell oft unnötig groß, schwer und unhandlich.

Praktisch lässt sich der Bedarf so einordnen:

Für einen 6-Millimeter-Dübel muss es also kein Kraftprotz sein. Schwieriger wird es bei Stahlbeton, Kiesnestern oder sehr tiefen Bohrungen. Dort zählen neben dem Motor ein scharfes Hartmetallwerkzeug und eine passende Drehzahl. Ein stumpfer Bohrer macht selbst aus einem kräftigen Gerät eine zähe Angelegenheit.

Als sinnvolle Untergrenze gelten etwa 500 bis 600 Watt. Wer nur wenige Löcher pro Monat bohrt, findet in diesem Bereich oft die vernünftigste Lösung. Erst wenn größere Durchmesser, viele Bohrungen hintereinander oder gelegentliche Meißelarbeiten dazukommen, lohnt sich ein Modell mit mehr Leistungsreserve.

Leistungsklassen und Einsatzbereiche von Bohrhämmern

Motorleistung Typischer Einsatz Geeignete Bohrdurchmesser Empfehlung
500–650 Watt Einzelne kleine Dübellöcher und kurze Arbeiten Etwa 6–10 mm Für gelegentliche Heimwerkerarbeiten ausreichend
650–800 Watt Regelmäßige Montagearbeiten im Haushalt Etwa 6–12 mm Guter Kompromiss aus Leistung, Gewicht und Handlichkeit
800–1.000 Watt Größere Bohrungen und längere Einsätze Etwa 12–20 mm Sinnvoll bei härterem Beton und höherer Belastung
Ab 1.000 Watt Große Bohrungen, häufiges Meißeln und Renovierungsarbeiten Je nach Modell bis etwa 30–38 mm Für schwere Arbeiten; Schlagenergie und Werkzeugaufnahme mitprüfen
Nicht allein entscheidend Bewertung der tatsächlichen Arbeitswirkung Abhängig von Schlagenergie, Bohrer und Bauweise Joule, zulässiger Bohrdurchmesser, Gewicht und Vibration zusätzlich vergleichen

Warum Joule oft wichtiger sind als Watt

Joule beschreibt die Energie, die bei jedem einzelnen Schlag auf den Bohrer oder Meißel übertragen wird. Diese Energie zerbricht den Beton direkt. Genau deshalb ist sie für die Arbeitswirkung oft aussagekräftiger als die elektrische Aufnahme des Motors.

Der Unterschied zeigt sich besonders bei widerspenstigem Beton, größeren Bohrungen und beim Abtragen von Material. Ein Schlag mit 9 Joule setzt deutlich mehr Impuls frei als ein Schlag mit 3 Joule. Das Werkzeug dringt leichter vor, und du musst weniger Druck ausüben. Das schont nicht nur die Arme, sondern kann auch den Bohrfortschritt spürbar beschleunigen.

Watt bleibt trotzdem relevant. Der Motor muss das Schlagwerk antreiben, die Drehbewegung liefern und die entstehende Wärme abführen. Doch zwischen Motoraufnahme und tatsächlicher Schlagwirkung liegen mehrere technische Stufen. Ein gut abgestimmtes Gerät kann deshalb aus weniger Watt eine höhere Nutzleistung gewinnen als ein ineffizient konstruiertes Modell.

Für die Auswahl hilft diese grobe Einordnung:

Diese Bereiche sind keine starre Norm. Hersteller können die Schlagenergie unterschiedlich ermitteln, etwa als physikalische Energie im Mechanismus oder als Energie am Werkzeug. Deshalb solltest du Werte verschiedener Baureihen nicht blind gleichsetzen.

Für reine Dübellöcher wäre ein sehr hoher Joule-Wert sogar übertrieben. Das Gerät wird schwerer, kostet mehr und arbeitet bei kleinen Bohrern nicht automatisch angenehmer. Suchst du dagegen einen Helfer zum Stemmen, Fliesenlösen oder für große Durchbrüche, ist die Schlagenergie der bessere erste Filter.

Kurz gesagt: Watt zeigt, was das Gerät aufnimmt. Joule zeigt, wie viel Energie der einzelne Schlag in den Baustoff bringt.

Die passende Schlagenergie für Bohren, Meißeln und große Löcher

Die passende Schlagenergie hängt stärker vom Werkzeugdurchmesser und von der Arbeitsart ab als von einer möglichst hohen Zahl auf dem Datenblatt. Für ein kleines Dübelloch braucht der Bohrhammer nur einen kurzen, kontrollierten Impuls. Beim Stemmen oder bei einem großen Durchbruch muss jeder Schlag deutlich mehr Material lösen.

Die Grenzen sind nur Richtwerte. Ein Gerät mit 3 Joule kann für viele Haushaltsarbeiten völlig ausreichen, während 9 Joule bei kleinen Bohrern eher grob und unnötig schwer wirken. Für präzise Dübellöcher ist eine fein dosierbare Kraft oft angenehmer als maximale Wucht.

Beim Meißeln zählt die Schlagenergie besonders. Ein breiter Flachmeißel verteilt den Impuls über eine größere Fläche. Ein Spitzmeißel konzentriert ihn auf einen kleinen Punkt und dringt dadurch leichter in harte Stellen ein. Für das Entfernen einzelner Fliesen genügt meist ein leichteres Gerät; beim Abtragen von Estrich oder Mauerwerk sind höhere Reserven sinnvoll.

Große Bohrlöcher verlangen ebenfalls mehr Energie. Bei einem Durchmesser von 30 bis 38 Millimetern steigt die Belastung des Geräts deutlich. Der Bohrfortschritt hängt dann auch davon ab, ob du mit einem Vollbohrer oder einer Hohlbohrkrone arbeitest. Eine Herstellerangabe wie 38 Millimeter in Beton bezeichnet den maximal vorgesehenen Durchmesser, nicht den idealen Wert für jede längere Anwendung.

Achte bei solchen Arbeiten auf die zulässige Betriebsdauer. Hohe Schlagenergie bedeutet stärkere Vibrationen, mehr Gewicht und eine höhere Belastung für Werkzeugaufnahme und Getriebe. Für kurze Einsätze ist das kein Drama. Bei langen Arbeiten kann ein kleineres Gerät jedoch angenehmer und kontrollierbarer sein.

Eine sinnvolle Auswahl gelingt mit dieser einfachen Frage: Wie groß sind die üblichen Löcher, und wie oft soll der Meißel zum Einsatz kommen? Für gelegentliche Montagearbeiten reichen niedrige bis mittlere Werte. Wer regelmäßig Fliesen löst, Schlitze herstellt oder große Bohrungen setzt, sollte eine höhere Schlagenergie wählen und dafür mehr Gewicht in Kauf nehmen.

Modellvergleich: 1.050 Watt und 9 Joule gegen 1.200 Watt und 3 Joule

Der Vergleich fällt klar aus: Das Gerät mit 1.050 Watt und 9 Joule ist für schwere Arbeiten voraussichtlich die bessere Wahl als das Modell mit 1.200 Watt und 3 Joule. Es nimmt zwar weniger elektrische Leistung auf, liefert pro Schlag aber dreimal so viel Energie.

Beim Bohren kleiner Dübellöcher kann der Unterschied kaum auffallen. Beide Geräte dürften diese Aufgabe bewältigen. Sobald der Bohrdurchmesser wächst, der Beton sehr hart ist oder ein Meißel zum Einsatz kommt, arbeitet das 9-Joule-Modell jedoch mit deutlich mehr Reserve.

Der Preisunterschied von rund 50 Euro sollte nicht allein entscheiden. Prüfe, welche Arbeiten tatsächlich anstehen. Für einige Dübellöcher im Jahr kann das günstigere Gerät genügen. Wer dagegen Fliesen entfernt, Mauerschlitze herstellt oder regelmäßig große Löcher bohrt, profitiert eher von der höheren Schlagenergie.

Ein wichtiger Prüfpunkt ist die Messmethode. Schlagenergien sind nur dann direkt vergleichbar, wenn beide Hersteller nach demselben Verfahren messen. Außerdem können Drehzahl, Schlagzahl, Bohrwerkzeug und Kühlung den realen Arbeitsfortschritt beeinflussen.

Auch das Gewicht darf nicht unter den Tisch fallen. Ein kräftigeres Schlagwerk macht ein Gerät häufig schwerer. Für längere Arbeiten über Schulterhöhe kann das 3-Joule-Modell deshalb angenehmer sein, selbst wenn es langsamer vorankommt. Beim Meißeln am Boden oder bei großen Bohrungen überwiegt dagegen meist der Vorteil der höheren Einzelschlagenergie.

Empfehlung: Wähle das 1.200-Watt-Modell, wenn du überwiegend kleine und mittlere Bohrungen ausführst. Greife zum 1.050-Watt-Gerät mit 9 Joule, wenn harte Materialien, große Durchmesser oder regelmäßige Stemmarbeiten im Mittelpunkt stehen. Die niedrigere Wattzahl ist in diesem Vergleich kein Nachteil.

Was „38 mm in Beton“ bei der Bohrleistung bedeutet

„38 mm in Beton“ bedeutet: Der Hersteller gibt für dieses Gerät einen maximalen Bohrdurchmesser von 38 Millimetern in Beton an. Gemeint ist meist ein einzelnes großes Bohrloch unter passenden Bedingungen, nicht der ideale Durchmesser für jede Arbeit.

Die Angabe hilft vor allem dabei, die Gerätegröße einzuordnen. Ein Bohrhammer mit dieser Nennleistung ist für kleine Dübellöcher nicht zwingend besser geeignet als ein kompakteres Modell. Seine Stärke zeigt sich erst, wenn größere Öffnungen, tiefe Bohrungen oder besonders fester Beton geplant sind.

Der Maximalwert ist außerdem keine Garantie für eine bestimmte Arbeitsgeschwindigkeit. Einfluss haben unter anderem:

Bei einem Loch nahe der angegebenen Grenze steigt die Belastung deutlich. Der Bohrfortschritt wird langsamer, das Werkzeug erwärmt sich stärker und der Verschleiß nimmt zu. Für häufige Bohrungen mit 38 Millimetern ist ein Gerät daher sinnvoller, dessen Hersteller diesen Durchmesser nicht nur als äußerstes Limit, sondern als passenden Arbeitsbereich ausweist.

Auch die Werkzeugart verändert die Aussage. Ein Vollbohrer trägt den Beton anders ab als eine Bohrkrone. Deshalb sind die Werte nicht ohne Weiteres übertragbar. Prüfe vor dem Kauf, ob sich die Angabe auf einen bestimmten Bohrertyp bezieht und ob der benötigte Durchmesser innerhalb der empfohlenen Einsatzgrenze liegt.

Schlagzahl, Drehzahl und Werkzeugaufnahme richtig bewerten

Schlagzahl, Drehzahl und Werkzeugaufnahme zeigen, wie gut ein Bohrhammer seine Kraft in der Praxis nutzt. Die drei Angaben sollten zusammen betrachtet werden. Eine hohe Zahl allein macht ein Gerät nicht automatisch schneller.

Die Schlagzahl gibt an, wie viele Impulse pro Minute erzeugt werden. Eine hohe Schlagzahl kann bei kleinen Bohrern einen zügigen Materialabtrag unterstützen. Bei großen Durchmessern zählt dagegen der einzelne Impuls stärker. Wichtig ist außerdem eine stabile Schlagzahl unter Last. Fällt sie im harten Beton stark ab, hilft der beste Prospektwert wenig.

Die Drehzahl beschreibt, wie schnell sich das Werkzeug dreht. Für Beton ist eine kontrollierte, eher moderate Drehzahl oft sinnvoller als ein möglichst hoher Wert. Zu hohe Geschwindigkeit kann den Bohrer erwärmen und den Verschleiß erhöhen. Eine elektronische Regelung erleichtert den Start, verhindert ein Verkanten und erlaubt eine Anpassung an Bohrergröße und Material.

Bei der Werkzeugaufnahme ist SDS-Plus für viele Heimwerkerarbeiten ausreichend. Das System passt zu kompakten Geräten und einer großen Auswahl an Bohrern und Meißeln. SDS-Max ist für größere Werkzeuge und stärkere Maschinen gedacht. Die Aufnahme allein bestimmt aber nicht die Leistung: Ein kräftiges Schlagwerk braucht auch ein passendes Getriebe und geeignete Werkzeuge.

Prüfe vor dem Kauf, welche Aufnahme deine vorhandenen Bohrer besitzen. Ein Adapter kann zwar praktisch sein, verändert jedoch oft die Bauform und ist nicht für jede Belastung geeignet. Für große Bohrkronen oder schwere Meißelarbeiten sollte die Aufnahme ausdrücklich dafür freigegeben sein.

SDS-Plus oder SDS-Max: Welche Aufnahme passt zum Einsatz

SDS-Plus passt zu kompakten Bohrhämmern und typischen Arbeiten im Haushalt. Die Werkzeuge sind meist schlanker, leichter und gut zu handhaben. Für Dübellöcher, kleinere Durchführungen und gelegentliche leichte Meißelarbeiten ist dieses System in der Regel die praktische Wahl.

SDS-Max ist für größere Bohr- und Meißelwerkzeuge ausgelegt. Die Aufnahme überträgt hohe Kräfte und eignet sich daher für schwere Renovierungsarbeiten, große Bohrdurchmesser und längere Stemmarbeiten. Dafür sind die Geräte und Zubehörteile meist deutlich größer und schwerer.

Ein Wechsel zwischen beiden Systemen ist nicht einfach durch den Kauf eines anderen Bohrers möglich. Die Aufnahme am Gerät muss zum Werkzeug passen. Adapter können die Kraftübertragung verschlechtern und sind für starke Schlagarbeiten meist keine gute Dauerlösung.

Achte außerdem auf die Werkzeuglänge und den Schaftdurchmesser. Ein langer Bohrer kann bei kleinen Geräten stärker schwingen. Bei SDS-Max steigen mit der Werkzeuggröße auch Gewicht und Rückstoß. Das ist bei Bodenarbeiten oft weniger störend als bei Bohrungen über Schulterhöhe.

Gewicht, Vibration und Ergonomie bei starken Bohrhämmern

Bei starken Bohrhämmern entscheidet nicht nur die Arbeitskraft, sondern auch, wie lange du sie sicher und kontrolliert halten kannst. Ein hohes Gerätegewicht kann beim Meißeln helfen, weil die Maschine ruhiger liegt. Über Kopf oder an einer Leiter wird dasselbe Gewicht jedoch schnell zur Belastung.

Für die Ergonomie zählt die Verteilung mehr als die Zahl auf der Waage. Ein gut ausbalanciertes Gerät liegt näher am Körper und zieht weniger nach vorn. Achte auf einen gepolsterten Hauptgriff, einen verstellbaren Zusatzgriff und eine Position, die auch mit Handschuhen sicher erreichbar bleibt.

Die Vibrationsangabe wird in m/s² angegeben. Sie beschreibt die Belastung, die während der Arbeit auf Hände und Arme wirkt. Vergleiche dabei immer die Werte für Bohren und Meißeln getrennt. Ein Gerät kann beim Bohren angenehm sein, beim Stemmen aber deutlich stärker vibrieren.

Für längere Einsätze ist ein niedriger Wert besonders wichtig. Nach EU-Arbeitsschutzregeln gilt für Hand-Arm-Vibrationen ein Auslösewert von 2,5 m/s² und ein Grenzwert von 5,0 m/s² als Tagesexposition. Die tatsächliche Belastung hängt von der Arbeitsdauer ab; der Datenblattwert allein beschreibt nicht automatisch deinen persönlichen Tageswert.

Teste, wenn möglich, die Griffhaltung im Fachhandel. Drückt der Zusatzgriff in die Handfläche? Musst du das Gerät stark nach unten ziehen? Sind Schalter und Umschalter ohne Umgreifen erreichbar? Solche Kleinigkeiten wirken zunächst unscheinbar, werden nach einer Stunde aber zum Unterschied zwischen sauberem Arbeiten und müden Armen.

Plane außerdem Pausen ein und wechsle die Körperhaltung. Eine Anti-Vibrationsfunktion ersetzt keine Erholung. Für gewerbliche oder sehr häufige Einsätze lohnt ein Blick auf die Herstellerangabe zur täglichen Vibrationsdauer und auf die Ersatzteilversorgung von Griffen, Lagern und Dämpfungselementen.

Akku oder Kabel: Welche Leistung für deine Arbeit sinnvoll ist

Für kurze Arbeiten an wechselnden Orten ist ein Akku-Bohrhammer oft die angenehmere Lösung. Du brauchst kein Verlängerungskabel, kannst dich frei bewegen und erreichst auch Stellen ohne Steckdose. Für einzelne Löcher reicht ein 18-Volt-Gerät meist gut aus, sofern Akku und Ladegerät ausreichend dimensioniert sind.

Die Voltzahl darfst du jedoch nicht direkt mit der Wattzahl eines Netzgeräts gleichsetzen. Sie beschreibt die elektrische Spannung, nicht die gesamte Arbeitsleistung. Entscheidend sind zusätzlich Akkukapazität in Ah, Motorsteuerung, Zellqualität und der Ladezustand. Ein 18-Volt-Akku mit 5 Ah speichert beispielsweise mehr Energie als ein 18-Volt-Akku mit 2 Ah, liefert aber nicht automatisch eine höhere Schlagenergie.

Ein Kabelgerät spielt seine Stärke bei langen Einsätzen aus. Es muss nicht nachgeladen werden und behält seine Leistung unabhängig von der Restkapazität. Das ist vor allem praktisch, wenn viele Bohrungen hintereinander anstehen oder auf Baustellen kein Akkuwechsel möglich ist. Die Leitung kann allerdings die Bewegungsfreiheit einschränken und verlangt mehr Aufmerksamkeit im Arbeitsbereich.

Bei Akku-Modellen lohnt ein Blick auf die Leerlauf- und Lastwerte. Manche Geräte regeln die Leistung bei sinkender Akkuspannung deutlich herunter. Ein zweiter, geladener Akku kann dann wichtiger sein als ein nominell stärkeres Modell. Für gelegentliche Nutzung reicht oft ein kleiner Akku; für Renovierungsserien ist ein Wechselakku-System deutlich komfortabler.

Berücksichtige auch Ladezeit und Akkualterung. Lithium-Ionen-Akkus verlieren bei großer Hitze, Frost und dauerhaft voller Lagerung schneller an Kapazität. Lagere sie trocken und nicht vollständig entladen. Für sehr seltene Einsätze kann ein Kabelgerät deshalb wirtschaftlicher sein, weil kein Akku nach einigen Jahren ersetzt werden muss.

Beispiele für passende Bohrhammer-Leistung im Heimwerkeralltag

Im Heimwerkeralltag lässt sich die passende Leistung gut an der konkreten Aufgabe festmachen. Entscheidend ist nicht, möglichst viel Reserve zu kaufen, sondern ein Gerät, das ohne unnötige Belastung zu deinem typischen Einsatz passt.

Ein praktisches Beispiel: Wer zweimal im Jahr wenige Dübellöcher bohrt, braucht keinen großen Abbruchhammer. Für eine komplette Badrenovierung mit Fliesen, Kleberesten und mehreren Durchbrüchen darf die Maschine dagegen deutlich kräftiger ausfallen. Die Mehrleistung wird dann nicht nur beim Tempo spürbar, sondern auch bei der Kontrolle des Werkzeugs.

Plane außerdem einen kleinen Puffer ein. Liegt dein größter geplanter Bohrdurchmesser bei 16 Millimetern, sollte das Gerät nicht genau an dieser Grenze arbeiten. Ein Abstand zum Maximalwert schont Motor, Schlagwerk und Zubehör. So bleibt die Maschine auch bei härteren Stellen im Beton brauchbar.

Für die Auswahl im Geschäft oder Onlineshop hilft diese Reihenfolge:

Fazit: Nicht die Wattzahl allein entscheidet

Für die Kaufentscheidung zählt der konkrete Arbeitsumfang, nicht der höchste Wattwert auf dem Karton. Kleine Montagearbeiten verlangen eine andere Gerätegröße als regelmäßige Renovierungen mit großen Bohrungen. Ein passend dimensionierter Bohrhammer arbeitet kontrollierter, spart Gewicht und vermeidet unnötige Ausgaben.

Prüfe vor dem Kauf den größten geplanten Bohrdurchmesser, den Anteil an Meißelarbeiten und die typische Einsatzdauer. Ergänze danach die Herstellerangaben zur Schlagenergie, zur Werkzeugaufnahme und zur maximalen Bohrleistung. Auch die Qualität des Zubehörs beeinflusst das Ergebnis erheblich: Ein geeigneter, scharfer Betonbohrer kann den Arbeitsfortschritt stärker verbessern als ein Motor mit etwas mehr Aufnahmeleistung.

Bei häufigem Einsatz zählen zudem Reparierbarkeit, Ersatzteile und eine verständliche Bedienungsanleitung. Das sind unspektakuläre Punkte, zahlen sich aber über Jahre aus.

Die klare Entscheidungshilfe lautet: Für gelegentliche kleine Betonbohrungen genügt ein kompaktes Modell. Für große Durchmesser und wiederkehrendes Meißeln brauchst du eine Maschine mit höherer Schlagenergie und passender Bauform. Watt ist dabei ein Orientierungswert, aber kein Leistungsurteil.

Wer diese Reihenfolge einhält, kauft nicht einfach den stärksten Bohrhammer, sondern den richtigen. Genau das ist die bessere Antwort auf die Frage, wie viel Watt wirklich nötig sind.