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Nasses Holz bohren: Ist die Verarbeitung direkt nach dem Regen möglich?
Ja, feuchtes Holz bohren ist direkt nach einem Regenschauer meist möglich. Fichtenbalken, Bohlen und Terrassendielen lassen sich weiterhin bohren, sägen und verschrauben. Der Regen verändert die grundsätzliche Bearbeitbarkeit nicht. Entscheidend ist vielmehr, ob die Konstruktion später maßhaltig bleiben muss.
Vor dem ersten Loch sollte überschüssiges Wasser abgewischt werden. Die Oberfläche darf feucht sein, sollte aber nicht tropfen. Prüfe außerdem, ob das Holz nur beregnet wurde oder bereits Wasser gezogen hat. Bei stark durchnässten Brettern sind die Schnittflächen oft weicher. Dadurch kann der Bohrer zunächst leicht greifen und anschließend schneller ausreißen.
- Bohrstelle anzeichnen und das Werkstück sicher auflegen.
- Mit moderatem Druck und gleichmäßiger Drehzahl arbeiten.
- Den Bohrer beim Austritt aus dem Holz nicht weiter mit Kraft drücken.
- Bei Durchgangslöchern ein Opferbrett unterlegen.
- Bohrmehl aus dem Loch entfernen, bevor die Schraube gesetzt wird.
Bei einem einfachen Tomatendach oder einer Heuraufe ist sofortiges Arbeiten oft unproblematisch. Solche Konstruktionen verzeihen kleine Maßänderungen. Bei einer Gartenholzterrasse zählt dagegen jeder Millimeter: Die Dielen können beim späteren Trocknen schwinden, sich wölben oder an den Enden aufreißen. Das betrifft besonders Bretter mit wechselnder Holzfeuchte.
Das Holz muss vor der Montage also nicht immer vollständig trocken sein. Eine kurze Abtrocknungsphase ist trotzdem sinnvoll, wenn Zeit vorhanden ist. Lagere die Bretter dabei luftig, flach und mit Abstandshaltern zwischen den Lagen. Direkte Sonne und starke Heißluft sind keine gute Idee, weil die Oberfläche dann schneller trocknet als der Kern. Spannungen entstehen, und aus einem kleinen Riss wird rasch ein Ärgernis.
Bei sichtbaren Flächen solltest du mit dem Schleifen warten. Nasses Holz lässt sich nur schlecht glätten; die Fasern stehen auf und die Schleifmittel setzen sich zu. Für das Bohren selbst gilt hingegen: Feuchtes Holz bohren ist möglich, solange das Werkstück stabil liegt und die spätere Formänderung eingeplant wird.
Feuchtes Holz bohren: Die passende Technik für saubere Löcher
Beim feuchten Holz bohren zählt vor allem ein ruhiger Schnitt. Setze den Bohrer senkrecht zur Fläche an und vermeide seitliches Verkanten. Schon kleine Bewegungen können die aufgeweichten Fasern am Lochrand ausfransen lassen.
Markiere die Bohrstelle mit einem spitzen Bleistift oder einem schmalen Körner. Bei weichen Nadelhölzern reicht meist eine leichte Vertiefung. Ein harter Schlag ist unnötig und kann die Fasern unter der Oberfläche stauchen. Für sichtbare Flächen empfiehlt sich ein kurzer Probelauf an einem Reststück derselben Holzart.
Wähle eine mittlere Drehzahl und führe den Bohrer ohne ruckartigen Druck. Zu hohe Drehzahlen erwärmen die Schneiden, obwohl das Holz nass ist, und können die Bohrlochwand ausreißen. Zu wenig Vorschub führt dagegen zu Reibung. Der richtige Moment fühlt sich gleichmäßig an: Der Bohrer schneidet, statt sich durch das Material zu quälen.
- Bei kleinen Löchern zunächst mit geringerem Durchmesser beginnen.
- Den Bohrer nach einigen Zentimetern kurz zurückziehen, damit Späne und Feuchtigkeit entweichen.
- Bei tiefen Löchern in mehreren kurzen Hüben arbeiten.
- Für saubere Austrittskanten ein Restholz fest gegen die Rückseite pressen.
- Bei schrägen Bohrungen eine einfache Bohrlehre verwenden.
Für Schraublöcher nahe an Stirnenden ist ein größerer Randabstand wichtig. Als praktische Orientierung gelten bei weicher Fichte mindestens zwei Schraubendurchmesser zur Kante; bei stark belasteten Verbindungen ist mehr Abstand besser. Das Vorbohrloch sollte etwas kleiner als der Kerndurchmesser der Schraube sein. So verdrängt das Gewinde weniger Holz und belastet die nassen Fasern nicht unnötig.
Nach dem Bohren prüfst du das Loch auf ausgefranste Ränder und stehendes Wasser. Lose Fasern lassen sich vorsichtig entfernen. Eine Nacharbeit mit Schleifpapier bringt bei nasser Oberfläche meist wenig und wartet besser, bis die Stelle oberflächlich abgetrocknet ist.
Geeignete Bohrer und Techniken für feuchtes Holz im Überblick
| Bohrer oder Technik | Geeignet für | Vorteile | Wichtige Hinweise |
|---|---|---|---|
| Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze | Übliche Schraublöcher in Fichtenbalken und Bohlen | Saubere Führung, präzise Bohrungen und gute Spanabfuhr | Mit moderater Drehzahl und gleichmäßigem Druck arbeiten |
| Brad-Point-Bohrer | Sichtbare Bohrungen in Fichte und Terrassendielen | Zentrierspitze und Vorschneider reduzieren das Ausfransen | Beim Austritt aus dem Holz den Druck verringern und ein Opferbrett unterlegen |
| Schlangenbohrer | Tiefe Löcher in Balken | Gute Spanabfuhr durch breite Nuten | Ohne starken Zusatzdruck arbeiten, da sich die Gewindespitze selbst ins Holz zieht |
| Forstnerbohrer | Große Sacklöcher für Beschläge oder versenkte Verbindungen | Erzeugt flache, maßgenaue Löcher mit sauberem Grund | Stabile Führung erforderlich; Verkanten vermeiden |
| Flachfräsbohrer | Grobe Durchgangslöcher in einfachen Außenkonstruktionen | Schneller Materialabtrag und günstige Anschaffung | Bei feuchter Fichte können die Lochränder ausfransen; für sichtbare Flächen nur bedingt geeignet |
| Vorbohren | Schraubverbindungen nahe an Kanten oder Stirnenden | Verringert das Risiko von Rissen und aufgespaltenen Fasern | Vorbohrdurchmesser passend zum Kerndurchmesser der Schraube wählen |
| Opferbrett unterlegen | Durchgangslöcher mit sauberer Austrittskante | Verhindert Ausbrüche an der Rückseite | Das Restholz fest an die Unterseite pressen |
| Kurze Bohrhübe | Tiefe Bohrungen in nassem oder stark durchfeuchtetem Holz | Späne und Feuchtigkeit können besser entweichen | Bohrer regelmäßig zurückziehen und das Loch reinigen |
Die besten Bohrer für nasses Fichten- und Terrassenholz
Für feuchtes Holz bohren eignen sich Bohrer mit scharfen Schneiden und sauberem Spanabtransport. Die Feuchtigkeit selbst verlangt keinen speziellen „Nassholzbohrer“. Wichtiger sind Holzart, Lochdurchmesser und die gewünschte Oberfläche.
- Brad-Point-Bohrer: Die Zentrierspitze hält die Bohrstelle stabil. Vorschneider trennen die Fasern am Rand. Das ergibt in Fichte meist besonders saubere Lochränder.
- Schlangenbohrer: Gut für tiefe Löcher in Balken. Die Gewindespitze zieht den Bohrer ins Holz, während die breite Nut lange Späne abführt. Arbeite damit ohne starken Zusatzdruck.
- Forstnerbohrer: Sinnvoll für größere Sacklöcher, etwa für versenkte Beschläge. Er braucht eine stabile Führung und reagiert empfindlich auf Verkanten.
- Flachfräsbohrer: Eine schnelle Lösung für grobe Durchgangslöcher. Bei nasser Fichte kann der Rand jedoch eher ausfransen. Für sichtbare Terrassendielen ist er daher zweite Wahl.
- Hartmetallbestückter Bohrer: Er lohnt sich bei imprägnierten Dielen, alten Befestigungspunkten oder Holz mit Sandkörnern. Fremdkörper stumpfen einfache Schneiden rasch ab.
Für übliche Schraublöcher in Fichtenbalken ist ein Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze meist die ausgewogene Wahl. Für Schrauben mit 5 Millimetern Durchmesser passt häufig ein Vorbohrer von etwa 3 bis 3,5 Millimetern. Das genaue Maß hängt vom Schraubentyp, der Holzfeuchte und der Belastung ab. Bei Terrassenschrauben sollte die Herstellerangabe Vorrang haben.
Der Bohrerdurchmesser darf nicht nur nach dem Außengewinde gewählt werden. Entscheidend ist der Kerndurchmesser: Das Holz soll den Gewindegängen Halt geben, während der Schaft möglichst leicht durch das obere Brett läuft. Bei einer verdeckten Befestigung oder einem langen Schraubweg kann ein Stufenloch sinnvoll sein.
Kontrolliere die Schneiden vor jedem Einsatz. Harz, Rost und anhaftende Holzfasern verschlechtern den Schnitt. Nach der Arbeit sollten die Bohrer abgetrocknet und leicht gegen Korrosion geschützt werden. Besonders bei beschichteten oder imprägnierten Terrassendielen verhindert das eine stumpfe, fleckige Schneide.
Vorbohren und Schrauben in feuchtem Holz richtig ausführen
Beim feuchten Holz bohren sollte das Vorbohrloch zur Schraube passen. Es verhindert, dass das Gewinde die nassen Fasern beim Eindrehen stark verdrängt. Besonders an Brettenden und nahe an Kanten sinkt dadurch das Risiko für Aufspaltungen.
- Bei Weichholz etwa zwei bis drei Millimeter Abstand zur Kante einhalten, bei stark belasteten Verbindungen mehr.
- Das Vorbohrloch ungefähr bis zur geplanten Einschraubtiefe führen.
- Bei langen Schrauben den oberen Bauteilbereich mit dem Schraubenschaft-Durchmesser freibohren.
- Schrauben nur so weit versenken, dass die Oberfläche nicht unnötig verletzt wird.
- Für Außenkonstruktionen korrosionsbeständige Schrauben aus Edelstahl oder mit geeigneter Beschichtung verwenden.
Bei einer Terrassendiele liegt der Vorteil des Durchgangslochs im oberen Brett darin, dass dieses nicht auf dem Schraubengewinde klemmt. Die Schraube zieht dann die Diele sauber an den Unterbau. Ohne diese Freibohrung kann ein Spalt bleiben, obwohl der Schraubenkopf bereits fest sitzt.
Feuchte Fasern halten das Gewinde zunächst nicht immer gleichmäßig. Deshalb darf die Schraube nicht mit Gewalt bis zum Anschlag eingedreht werden. Stoppt der Antrieb, drohen ein beschädigter Kopf oder ein ausgerissenes Loch. Eine kurze Kontrolle nach dem Trocknen ist bei tragenden Verbindungen sinnvoll; gegebenenfalls lässt sich die Schraube dann vorsichtig nachsetzen.
Zwischen Schraubenkopf und Holz sollte kein Wasserfilm eingeschlossen werden. Wische die Auflagefläche vor dem Ansetzen kurz ab und setze den Kopf bündig, aber nicht tief in die Faser. Bei Dielen verhindern passende Abstandshalter, dass sich Wasser an der Verbindung staut.
Für Balkenverbindungen zählt außerdem die Einschraubtiefe. In Fichte sollte der tragende Gewindeanteil ausreichend lang sein; ein zu kurzes Gewinde greift nur in der oberflächlich aufgeweichten Zone. Bei Konstruktionen mit hoher Last oder sicherheitsrelevanter Funktion sind statisch geeignete Verbindungsmittel und die Vorgaben des Herstellers maßgebend.
Nasses Terrassenholz bohren: Verformungen und Risse vermeiden
Beim feuchten Holz bohren entsteht das größte Risiko nicht durch das Loch selbst, sondern durch die spätere Feuchteänderung. Terrassendielen können beim Trocknen schmaler werden, sich wölben oder an den Enden aufreißen. Besonders kritisch sind Stirnholz, Astbereiche und bereits vorhandene Haarrisse.
Sortiere beschädigte Dielen vor der Montage aus. Lege Bohrungen nicht in Äste, ausgebrochene Stellen oder nahe an sichtbare Längsrisse. Bei Enden hilft ein größerer Abstand zur Schnittkante. Auch versetzte Bohrpunkte reduzieren die Gefahr, dass mehrere Schwachstellen eine gemeinsame Risslinie bilden.
- Bohrungen an den Dielenenden nicht direkt neben der Schnittfläche setzen.
- Schraubenlöcher zwischen benachbarten Dielen leicht versetzen.
- Astlöcher und dunkle Rissansätze als Sperrzonen behandeln.
- Keine Schraube in eine bereits ausgerissene Bohrung zwingen.
- Stark verdrehte Bretter nicht mit Gewalt planziehen.
Bei einer Terrasse ist außerdem die Unterkonstruktion entscheidend. Liegt eine Diele nur an wenigen Punkten auf, wirken beim Betreten hohe Biegekräfte auf die Bohrungen. Zusätzliche Auflagepunkte verkürzen die freie Spannweite und entlasten damit Holz und Verbindung.
Zwischen den Dielen sollte ein gleichmäßiger Fugenraum bleiben. Feuchtes Holz braucht Bewegungsreserve, weil sich die Breite später ändern kann. Ein Abstand von etwa 6 bis 8 Millimetern wird bei vielen Außenbelägen verwendet; maßgeblich sind jedoch Holzart, Profil, Einbaufeuchte und die Montagevorgaben des Dielenherstellers.
Nach dem Einbau lohnt eine Sichtprüfung nach einigen trockenen Tagen. Achte auf hochstehende Kanten, neue Endrisse und Schraubenköpfe, die nicht mehr bündig sitzen. Kleine Veränderungen sind normal. Werden Dielen jedoch sichtbar instabil oder entstehen scharfe Stolperkanten, muss die Verbindung korrigiert werden.
Wann feuchtes Holz vor dem Bohren trocknen sollte
Eine kurze Trocknungsphase ist sinnvoll, wenn die Bohrung sehr genau sitzen muss. Das gilt etwa für passgenaue Beschläge, Dübelverbindungen, Scharniere oder Bauteile mit mehreren Bohrpunkten. Schon kleine Maßänderungen können dort später dazu führen, dass Achsen nicht mehr fluchten oder Bauteile klemmen.
Auch bei sichtbaren Oberflächen lohnt das Warten. Nass gewordenes Holz kann nach dem Trocknen eine andere Oberflächenstruktur zeigen. Wer Bohrungen bündig senken, Abdeckungen einsetzen oder eine gleichmäßige Kantenlinie herstellen möchte, arbeitet besser erst bei annähernd ausgeglichener Holzfeuchte.
Als grobe Orientierung darf oberflächlich beregnetes Holz meist nach ein bis drei Tagen weiterverarbeitet werden, wenn es luftig und regengeschützt lagert. Bei dicken Balken, dicht gestapelten Bohlen oder dauerhaft hoher Luftfeuchte kann es deutlich länger dauern. Nicht der Kalender entscheidet, sondern der Zustand des Materials.
- Das Holz fühlt sich nicht mehr klamm an.
- Die Stirnflächen zeigen keine glänzenden Wasserstellen.
- Benachbarte Bretter unterscheiden sich nicht stark in Gewicht und Haptik.
- Ein Holzfeuchtemessgerät zeigt möglichst ähnliche Werte an verschiedenen Stellen.
Für Innenbereiche sollte die Holzfeuchte zur späteren Umgebung passen. Möbelholz liegt häufig ungefähr bei 8 bis 12 Prozent, während Außenholz je nach Jahreszeit deutlich höhere Werte erreicht. Diese Zahlen sind keine starre Freigabe: Entscheidend ist, dass das Material nicht unmittelbar vor dem Bohren stark durchfeuchtet wurde und sich an den Einsatzort anpassen konnte.
Lagere die Teile während des Trocknens mit gleichmäßigen Stapelleisten. So gelangt Luft an Ober- und Unterseite. Abdecken ja, luftdicht einpacken nein. Eine Plane schützt vor neuem Regen, darf aber die Seiten nicht vollständig verschließen. Heizkörper, Föhn und pralle Mittagssonne beschleunigen den Vorgang zu stark und begünstigen Spannungsrisse.
Sägen und Schleifen bei nass gewordenem Holz
Nass gewordenes Holz lässt sich grundsätzlich sägen. Für Fichtenbalken und Bohlen genügt ein scharfes Sägeblatt mit grober Zahnung, sofern es um Zuschnitte für ein Tomatendach, eine Heuraufe oder eine einfache Außenkonstruktion geht. Entferne vorher Sand, Erde und kleine Steinchen von der Oberfläche. Solche Fremdkörper stumpfen die Zähne schnell ab.
Beim Zuschnitt kann feuchtes Holz etwas schwerer durch das Blatt laufen. Arbeite deshalb ohne hastigen Vorschub und kontrolliere, dass das Werkstück nicht klemmt. Bei langen Balken muss der Abschnitt auf beiden Seiten sicher unterstützt werden. Sonst kippt er am Ende des Schnitts und kann die Schnittfuge ausreißen.
- Für Längsschnitte ein Blatt mit größerer Zahnteilung verwenden.
- Für sichtbare Querschnitte ein feiner gezahntes Blatt wählen.
- Bei stark harzhaltiger Fichte die Schneiden regelmäßig von Belag befreien.
- Nach dem Sägen die Schnittflächen abtropfen und offen ablüften lassen.
Das Schleifen von nassem Holz ist dagegen wenig sinnvoll. Wasser bindet Schleifstaub zu einer klebrigen Masse, setzt das Papier zu und lässt die Fasern eher platt als glatt erscheinen. Bei elektrischen Schleifgeräten kommt ein Sicherheitsrisiko hinzu: Feuchtigkeit darf niemals in das Gerät oder an Steckverbindungen gelangen.
Warte mit dem Endschliff, bis die Oberfläche trocken und fest ist. Für einen groben Kantenbruch reicht später zunächst Körnung 80, für eine feinere sichtbare Fläche folgen etwa Körnung 120 bis 180. Weiches Fichtenholz verlangt wenig Druck. Wer zu kräftig schleift, erzeugt schnell Mulden, besonders an weichen Frühholz-Zonen.
Beispiele: Tomatendach, Heuraufe und Holzterrasse
Wie sinnvoll feuchtes Holz bohren ist, hängt stark vom Bauvorhaben ab. Ein lockeres Gartendach stellt andere Anforderungen als eine begehbare Terrasse. Entscheidend sind Belastung, Sichtbarkeit der Bohrungen und die Möglichkeit, einzelne Bauteile später nachzujustieren.
- Tomatendach: Bei Pfosten, Querstreben und einfachen Dachlatten sind kleine Maßänderungen meist unkritisch. Die Bohrlöcher sollten jedoch nicht zu nah an den Enden liegen, damit die Verbindung beim Aufbau nicht ausbricht.
- Heuraufe: Hier wirken neben dem Eigengewicht auch seitliche Kräfte durch Tiere und Futter. Verwende ausreichend lange Verbindungsmittel und plane stabile Knotenpunkte ein. Bohrungen in Astlöchern oder stark geschädigten Bereichen sind keine gute Wahl.
- Holzterrasse: Terrassendielen werden regelmäßig belastet und sind Regen, Sonne sowie Frost ausgesetzt. Jede Diele braucht eine passende Auflage und eine Verbindung, die Bewegungen des Holzes zulässt. Bei sichtbaren Schrauben zählt zudem ein gleichmäßiges Lochbild.
Beim Tomatendach genügt oft eine funktionale Ausrichtung. Bei der Heuraufe sollte die Konstruktion dagegen auf scharfkantige Ausbrüche geprüft werden, weil hervorstehende Holzfasern Verletzungen verursachen können. Kanten an den Bohrungen lassen sich nach dem Abtrocknen gezielt brechen.
Die Terrasse verlangt die genaueste Planung. Unterschiedliche Holzfeuchte in einzelnen Dielen kann zu abweichenden Fugen und Höhen führen. Sortiere die Bretter deshalb vor dem Einbau nach Breite und sichtbarer Form. Lege besonders gerade Stücke an Stellen aus, an denen Türen, Treppenanschlüsse oder Randabschlüsse anliegen.
Eine praktische Entscheidungshilfe:
- Geringe Präzision: Montage nach dem Regen meist vertretbar.
- Mittlere Belastung: Bohrpunkte, Randabstände und tragende Knoten sorgfältig prüfen.
- Hohe Präzision oder starke Nutzung: Holzfeuchte angleichen und die Passung vor der endgültigen Montage kontrollieren.
Fazit: Feuchtes Holz bohren oder erst trocknen lassen?
Feuchtes Holz bohren ist nach einem Regenschauer in vielen Fällen sofort möglich. Eine vollständige Trocknung ist bei einfachen Außenbauten nicht zwingend. Entscheidend ist, ob die Verbindung später noch exakt passen muss und wie stark das Bauteil belastet wird.
- Direkt verarbeiten: bei unkomplizierten Konstruktionen wie einem Tomatendach, sofern die Bauteile stabil liegen und sauber ausgerichtet werden.
- Kurz abtrocknen lassen: bei Fichtenbalken und Bohlen, wenn ihre Form für den Zusammenbau wichtig ist.
- Warten: bei passgenauen Beschlägen, sichtbaren Oberflächen, präzisen Terrassenanschlüssen und Bauteilen mit hoher Belastung.
Für eine Holzterrasse sollte nicht nur der Bohrvorgang betrachtet werden. Die spätere Holzfeuchte beeinflusst Fugen, Höhen und die Lage der Dielen. Wird unter Zeitdruck montiert, kann eine spätere Kontrolle nötig werden. Bei tragenden oder sicherheitsrelevanten Konstruktionen ersetzt diese Einschätzung keine fachkundige Planung.
Kurz gesagt: Nach Regen darfst du feuchtes Holz bohren, sägen und verschrauben. Warte nur dann, wenn Maßhaltigkeit, Oberfläche oder Belastbarkeit von einem stabilen Holzmaß abhängen. Für einfache Außenprojekte zählt eine sichere, gerade Montage meist mehr als der letzte Rest Oberflächentrockenheit.
FAQ: Holz nach dem Regen sicher bohren und verschrauben
Kann man feuchtes Holz direkt nach dem Regen bohren?
Ja, feuchtes Holz lässt sich meist direkt nach dem Regen bohren, sägen und verschrauben. Wische überschüssiges Wasser vorher ab und lagere das Holz möglichst luftig. Bei einfachen Außenkonstruktionen sind kleine spätere Maßänderungen oft unkritisch. Für präzise Verbindungen sollte das Holz zunächst abtrocknen.
Welche Bohrer eignen sich für nasses Fichten- und Terrassenholz?
Für übliche Schraublöcher eignet sich ein Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze. Brad-Point-Bohrer erzeugen besonders saubere Lochränder, während Schlangenbohrer für tiefe Löcher in Balken geeignet sind. Für große Sacklöcher kann ein Forstnerbohrer verwendet werden. Flachfräsbohrer sind eher für grobe Durchgangslöcher geeignet, da feuchte Fichte leichter ausfranst.
Muss man feuchtes Holz vor dem Verschrauben vorbohren?
Vorbohren ist besonders nahe an Kanten und Stirnenden empfehlenswert. Das passende Vorbohrloch reduziert die Verdrängung der feuchten Holzfasern und senkt das Risiko von Rissen und Ausbrüchen. Der Durchmesser sollte sich am Kerndurchmesser der Schraube orientieren; bei Terrassenschrauben sind die Herstellerangaben maßgeblich.
Welche Probleme können beim Bohren in nassem Holz später entstehen?
Beim späteren Trocknen kann sich das Holz verziehen, schwinden oder an den Enden aufreißen. Bei Terrassendielen können dadurch Fugen, Höhenunterschiede oder lockere Schrauben entstehen. Deshalb sollten Bohrungen ausreichend Abstand zu Kanten, Astlöchern und vorhandenen Rissen haben. Eine stabile Unterkonstruktion und passende Bewegungsfugen verringern die Risiken.
Wann sollte man nasses Holz vor dem Bohren trocknen lassen?
Eine Trocknung ist sinnvoll, wenn Bohrungen exakt sitzen müssen, etwa bei Beschlägen, Dübelverbindungen, sichtbaren Oberflächen oder präzisen Terrassenanschlüssen. Oberflächlich beregnetes Holz kann bei luftiger, regengeschützter Lagerung oft nach einigen Tagen weiterverarbeitet werden. Entscheidend ist nicht eine feste Frist, sondern dass das Holz nicht mehr klamm ist und sich seine Maße weitgehend stabilisiert haben.








